Drei für alle. Alle für drei.

Fünf Fragen. Fünf Antworten.

Viele Ehrenamtliche engagieren sich für die Verkehrswachten im Land. Wir stellen Ihnen drei Sachsen-Anhalter vor, die sich für mehr Verkehrssicherheit einsetzen. Fünf Fragen, fünf Antworten und viele Einblicke.

Das Kita-Schulungsteam – Romi Klemme

1. Wie sind Sie zum Kita-Schulungsteam gekommen?

Im Rahmen meiner Ausbildung habe ich auch bei der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH gearbeitet und fand dabei die Zusammenarbeit mit der Landesverkehrswacht sehr hilfreich.  

2. Wie vermitteln Sie den Kindern Ihr Wissen?

Auf vielfältige Art und Weise. Wir wollen ja nicht mit dem Holzhammer kommen und steif etwas herunterleiern. Kinder nehmen wichtige Informationen auch bei Bewegungsspielen auf. Aber auch Figuren auf der Puppenbühne können gut „rüberbringen“, was wir vermitteln möchten. Und wenn wir doch mal ein bisschen theoretisches Wissen erklären müssen, versuchen wir das stets auf Augenhöhe der Kinder zu tun.

3. Warum ist es überhaupt wichtig, in die Kitas zu gehen?

Der alte Spruch stimmt nun mal: Übung macht den Meister. Es ist auch beim Thema Verkehrssicherheit wichtig, so früh wie möglich mit dem Üben zu beginnen. Im besten Falle wird vieles, was wir den Kindern beibringen, später zur Selbstverständlichkeit. Je häufiger die Kids etwas hören und sehen, desto mehr verinnerlichen sie es. Links, rechts, links – wer das ständig wiederholt, dreht den Kopf am Straßenrand fast automatisch. Und wer Verkehrsschilder erkennt, weiß aus dem Effeff, was er tun muss. In den Schulen wird solch ein Wissen natürlich auch vermittelt, aber wir arbeiten mit Materialien, die das Wissen noch weiter vertiefen können. Nicht zu vergessen ist die Wirkung: Als Fachfrauen und Fachmänner haben wir gleich eine andere Vorbildfunktion.

4. Was regt Sie auf, wenn Sie als „normaler“ Verkehrsteilnehmer unterwegs sind?

Ich kann oft nicht glauben, was ich bei Erwachsenen beobachte. Viele nehmen ihre Vorbildrolle nicht wahr. Die „Großen“ gehen über die Straße, obwohl die Ampel Rot zeigt – und das auch vor den Augen der Kinder. Bei Fahrradtouren tragen zwar oft die Kinder einen Helm, aber die Eltern sind ohne unterwegs. Nicht selten sehe ich Kleinkinder im Auto sitzen, die nicht angeschnallt sind, sogar auf dem Beifahrersitz, wo sie nun wirklich nichts zu suchen haben. Was mich auch erschüttert, ist die Tatsache, dass viele Unfälle passieren, weil die Fahrer schlichtweg unvorsichtig sind. Wenn ich ein Fehlverhalten sehe, weise ich Fahrer und Fußgänger darauf hin, das steckt einfach in mir drin.

5. Worüber freuen Sie sich bei Ihrer Arbeit?

Über das tolle Team mit motivierten, netten und engagierten Mitarbeitern. Ich freue mich auf neue Ideen und darauf, immer etwas Neues auszuprobieren. Aber auch auf wissbegierige Kinder und ihre Erlebnisse.

Das Team Simulatoren – Andreas Hintze

1. Können Simulatoren wirklich den Ernstfall darstellen?

Simulatoren können einige konkrete Situationen darstellen, die im Straßenverkehr vorkommen. Wir achten darauf, dass wir vor allem die auswählen, die man am häufigsten erlebt. Grundlagen, die wir vermitteln, können im Ernstfall sehr hilfreich sein. Ich möchte ein Beispiel nennen: Der Überschlagsimulator dreht sich nur langsam auf den Kopf – anders als in der Realität. Unser Schwerpunkt ist allerdings die Vermittlung der Abläufe, wie man sich nach dem Überschlag befreien kann, ohne fremde Hilfe und ohne sich zu verletzten.

2. Welche Fragen hören Sie am häufigsten?

Werde ich das jemals brauchen? Kann ich mich im Ernstfall an die Abläufe erinnern? Wir hoffen natürlich, dass niemand einen Unfall erlebt, aber vorhersagen kann man das nicht. Und an die Abläufe kann man sich erinnern, das ist sicher.

3. Warum machen Sie bei der Verkehrswacht mit?

Während meines Studiums war ich viele Jahre in einem Projekt tätig, in dem es um Alkohol und Drogen bei jungen Verkehrsteilnehmern im Straßenverkehr ging. Durch gemeinsame Projekte mit der Landesverkehrswacht entstand der Kontakt. Ich halte die Tätigkeit für sehr wichtig und dringend notwendig. Jeder, der regelmäßig im Straßenverkehr unterwegs ist, wird dies bestätigen. Viele Verkehrsteilnehmer haben einen erheblichen Weiterbildungs- und Auffrischungsbedarf – insbesondere in einer mobilen und immer älter werdenden Gesellschaft.

4. Wann denken Sie: Meine Arbeit hier hat sich ausgezahlt?

Woran ist Erfolg messbar? Das ist eine schwierige Frage. Man kann dem Verkehrsteilnehmer nur Angebote machen. Ob sie angenommen werden, ist nur bedingt beeinflussbar. Wir können motivieren. Ich denke: Meine Arbeit ist erfolgreich, wenn die Menschen interessiert sind, die Geräte ausprobieren und Fragen stellen.

5. Sind Sie auch im „wahren Leben“ in der „Mission Verkehrssicherheit“ unterwegs?

Natürlich schärft sich durch die Tätigkeit auch der Blick für Probleme im Straßenverkehr, der sich im Privaten nicht abstellen lässt. Das beginnt bei mangelnder Ladungssicherung oder nicht angeschnallten Verkehrsteilnehmern und hört nicht auf, wenn bei einer Grillfeier darüber diskutiert wird, ob man nach diversen alkoholischen Getränken noch aktiv am Straßenverkehr teilnehmen sollte – als Radfahrer, Autofahrer oder Fußgänger.

Der Verkehrssicherheitstrainer – Reinhard Bauer

1. Warum sind Sie Verkehrssicherheitstrainer geworden und seit wann machen Sie das schon?

Ich bin in einer echten Auto-Familie aufgewachsen, und so machte ich eine Lehre zum Mechaniker und wurde später Fahrlehrer aller Klassen. Das war 1978. Als Fahrlehrer habe ich Lehrlingen damals bei ihrer Berufsausbildung das Lkw-Fahren beigebracht. Das hat mich jung gehalten. Im Jahr 1992 habe ich den Moderatoren-Schein gemacht, den man dafür braucht. Seitdem bin ich auch dabei.

2. Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben?

Es gibt genug zu tun, weil sich fast alle Autofahrer unterschätzen und denken, dass sie im Auto sicher sind. Sie vergessen aber oft etwas sehr Wichtiges – auch die Physik spielt eine Rolle.

3. Was sind die schönsten Momente bei dieser Aufgabe?

Wenn nach dem Training die Rückmeldung kommt, dass die Stunden lehrreich waren und alle Teilnehmer sicher nach Hause fahren.

4. Wann sagen Sie, dieser Fahrer, Fußgänger nimmt sicher am Straßenverkehr teil?

Wenn der Mensch weiß, dass er fair sein muss und Rücksicht auf die Schwachen nimmt.

5. Warum möchten Sie diese Aufgabe auch weiterhin machen?

Ich kann einfach nicht aufhören. Wie gesagt: Es gibt viele Autofahrer und somit viel zu tun.